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Hardware für den eigenen Server aktualisieren erstellt von Thorsten Eggeling's avatar Thorsten Eggeling
Ein Server im Heimnetzwerk macht die meisten Clouddienste überflüssig. Sie können ihn als puren Dateiserver nutzen, aber auch für Büro- oder Multimedia-Anwendungen.
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**Ein Server im Heimnetzwerk macht die meisten Clouddienste überflüssig. Sie können ihn als puren Dateiserver nutzen, aber auch für Büro- oder Multimedia-Anwendungen.**
Ein Server im eigenen Netzwerk kann als Datenspeicher dienen und weitere Dienste bereitstellen. Termine, Aufgabenlisten, Audio- und Videodateien sowie Fotos legen Sie zentral in Ihrer privaten Cloud ab und greifen über beliebige Geräte darauf zu. Mit kleineren Einschränkungen öffnen Sie auch den Zugriff von außen über das Internet. Dann haben Sie überall Zugang zum Server, den Sie auch anderen Personen zur Verfügung stellen können.
Im ersten Artikel dieses Schwerpunkts geht es um die geeignete Serverhardware. Was man mit dem Server im eigenen Netzwerk anfangen kann, darüber informieren die nachfolgenden Artikel. Am Anfang steht die Auswahl des geeigneten Betriebssystems. Das kann die bereits gewohnte Linux-Distribution sein oder ein auf Serveraufgaben spezialisiertes System. Danach geben wir Tipps für den Zugang zum Server aus dem Internet, bei dem man auch die Sicherheit nicht vernachlässigen sollte. Die Artikel ab Seite 26 liefern praktische Anleitungen zur Einrichtung des Servers und stellen nützliche Software vor.
## Altgerät oder Neugerät?
Einige Jahre alte PCs oder Notebooks werden teilweise nicht mehr genutzt, weil sie als Desktop-Arbeitsrechner zu langsam sind. Eine geringe Grafikleistung fällt für einen Server nicht ins Gewicht, weil dieser keine Desktopoberfläche benötigt und nach der Installation über das Terminal oder eine Weboberfläche gewartet und bedient wird. Der fehlende Desktop verringert dann auch insgesamt den Ressourcenbedarf.
Für viele Serveraufgaben spielen auch die Taktfrequenz der CPU und der verfügbare Hauptspeicher nur eine untergeordnete Rolle. Einfache Webanwendungen oder Dienste für den Datenaustausch belasten den PC kaum und dafür bieten auch ältere Geräte genug Leistung. Engpässe sind erst zu erwarten, wenn viele Personen gleichzeitig auf den Server zugreifen oder zahlreiche Anwendungen darauf laufen. Ein Computer mit der Leistung ab einer i3-CPU und 4 GB RAM aufwärts ist wünschenswert.
Ein Argument gegen Altgeräte ist die wahrscheinlich hohe Leistungsaufnahme. Ein durchschnittlicher Desktop-PC belastet die Stromrechnung mit ungefähr 60 Watt, ein Notebook mit bis zu 30 Watt. Bei neueren Mini-PCs oder Ein-Platinen-Computern liegt die Leistungsaufnahme dagegen bei unter 10 Watt. Das Gleiche gilt für NAS-Geräte für den Heimgebrauch (Network Attached Storage), die im Leerlauf unter 10 Watt aufnehmen. Ein NAS bietet den Vorteil einer kompakten Bauform, aber damit legen Sie sich auf die Software vom Hersteller fest. Ein Linux-Server ist flexibler.
Wer den Server im Arbeits- oder Wohnzimmer aufstellen muss, sollte die Geräuschentwicklung bedenken. Ältere PCs mit mehreren Festplatten arbeiten nicht immer leise. Auch Mini-PCs und der Raspberry Pi 5 machen mit kleinen Lüftern oft unangenehm auf sich aufmerksam. Ist kein Kellerraum für den Server verfügbar, sollten Sie in neuere Geräte mit passiver Kühlung oder großen und leisen Lüftern investieren. Ein bereits vorhandenes Altgerät kostet Sie nichts, außer Sie müssen Festplatten und RAM nachrüsten. Der Raspberry Pi 5 mit Zubehör belastet Ihr Budget zur Zeit mit rund 150 Euro, ein Mini-PC oder ein NAS in einer ähnlichen oder etwas höheren Leistungsklasse mit 150 bis 300 Euro. Dazu kommen jeweils die Kosten für Festplatten. Mit gebrauchten und aufbereiteten Geräten (Refurbished) können Sie viel Geld sparen. Notebooks oder Mini-PCs mit einem Alter von vier bis sechs Jahren erwerben Sie zu Preisen zwischen 150 und 300 Euro. Beschädigungen am Gehäuse oder Pixelfehler beim Notebookdisplay mindern den Preis, sind aber bei einem Server tolerierbar. Funktionstüchtige USB-3.0-Ports und Gigabit-Ethernet sollten jedoch vorhanden sein.
## Der Datenspeicher für den Server
In Arbeitsrechnern bewirkt eine SSD einen deutlichen Geschwindigkeitsschub, insbesondere beim Systemstart. Einen Server starten Sie aber in der Regel nicht ständig neu, weshalb auch eine herkömmliche Festplatte ausreicht. Wenn vorhanden, kann man auch eine kleine SSD für das System und eine oder mehrere Festplatten als Datenspeicher verwenden. Im Prinzip eignet sich jede Festplatte, für den Dauerbetrieb sollte man jedoch auf die etwas teureren NAS-Festplatten setzen. Der Strombedarf steigt mit jeder zusätzlichen Festplatte, sinkt allerdings wieder, wenn niemand auf den Server zugreift und die Festplatten in den Ruhemodus wechseln.
Bei Notebooks, Mini-PCs oder Ein-Platinencomputern ist man auf USB-Festplatten für die Erweiterung des Speichers angewiesen. Externe 3,5-Zoll-Festplatten mit eigenem Netzteil benötigen zwischen 5 und 10 Watt und sind daher weniger optimal. 2,5-Zoll-Laufwerke kommen mit ungefähr 2 Watt aus und benötigen meist kein zusätzliches Netzteil.
Der Raspberry Pi lädt das Betriebssystem standardmäßig von SD-Karte, was als nicht besonders zuverlässig gilt. Ein USB-Stick ist besser geeignet, blockiert aber einen schnellen USB-3.0-Port. Mit einem USB-Hub erweitern Sie die Anzahl der Ports für externe Festplatten. Da der Raspberry Pi 5 mit einer PCIe-Schnittstelle ausgestattet ist, bietet sich ein NVMe-PCIe-Adapter für einen Ausbau an. Die Platine Geek Pi N04 bietet Platz für eine NVMe-SSD und kann die Formate 2230, 2242, 2260 und 2280 aufnehmen (13 Euro, https://m6u.de/52N4M). Eine passende SSD mit 1 TB kostet um die 100 Euro. Sie können das System von der SSD booten oder sie nur als Datenspeicher verwenden.
## Die optimale Netzwerkverbindung
Einigermaßen aktuelle PCs besitzen in der Regel mindestens Gigabit-Ethernet. Die Übertragungsraten liegen bei rund 100 MB pro Sekunde, was bei großen Dateien oder mehreren gleichzeitigen Zugriffen zum Flaschenhals wird. WLAN oder Powerline-Adapter sind auch möglich, aber selbst unter guten Bedingungen langsamer.
Aktuelle SATA-Festplatten bieten bei sequenziellen Zugriffen (große Dateien) Transferraten von um die 200 MB/s, am USB-3.0-Port (5 GBit/s, USB 3.2 Gen 1×1) meist weniger. Deutlich höhere Geschwindigkeiten erreichen Sie mit SSDs, einem Raid-0-Verbund von Festplatten oder Laufwerken am USB-Port mit USB 3.2 Gen 2×1 oder höher (10 GBit/s und mehr). Dann kann sich ein schnellerer Ethernet-Adapter mit 2,5, 5 oder 10 GBit/s lohnen. Für PCs sind PCIe-Steckkarten verfügbar, für Notebooks USB-Adapter. Zusätzlich benötigen Sie einen Netzwerkswitch für die gewünschte Geschwindigkeit. Die anderen Geräte können bei Gigabit-Ethernet bleiben, die Gesamtbandbreite in Richtung Server erhöht sich jedoch.
Die Kosten für etwas schnelleres Ethernet sind überschaubar. USB- oder PCIe-Adapter für 2,5 GBit/s kosten etwa 50 Euro, eine 10-GBit/s-PCIe-Karte 80 Euro und ein Switch für bis zu 10 GBit/s etwa 100 Euro. Dazu kann noch ein SFP-Adapter für circa 40 Euro kommen, wenn im Switch keine RJ45-Buchse für ein Ethernet-Kabel verbaut ist. Den Switch sollten Sie in der Nähe des Servers unterbringen, damit ein kurzes Cat-6a-Kabel ausreicht. Für 2,5 GBit/s genügen die Cat-5e-Kabel, die Sie vielleicht schon verlegt haben. Kabel einer geringeren Kategorie können für kurze Entfernungen ausreichen, was aber nicht garantiert ist.