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Server für Audio und Videostreaming aktualisieren erstellt von Thorsten Eggeling's avatar Thorsten Eggeling
## DLNA/UPnP: Einfacher Medienserver
**DLNA/UPnP auf dem Server installieren:**
`sudo apt install minidlna`
für die Konfiguration bearbeiten Sie die Datei „/etc/minidlna.conf“, die kommentierte Beispieleinträge enthält. Fügen Sie die drei Zeilen
```
media_dir=A,/home/[User]/minidlna/Musik
media_dir=V,/home/[User]/minidlna/Videos
media_dir=P,/home/[User]/minidlna/Bilder
```
hinzu. Den Platzhalter „[User]“ ersetzen Sie durch Ihren Benutzernamen. Ändern Sie den Pfad hinter „db_dir=“ auf „/home/[User]/minidlna/cache“ und erstellen Sie die angegebenen Ordner. Passen Sie den Wert hinter „port=“ an, falls der Port schon durch einen anderen Dienst belegt ist. Hinter „presentation_url=“ tragen Sie eine URL in der Form
`http://[Server-IP]:[Port]`
ein. Entfernen Sie das Kommentarzeichen („#“) vor „inotify=yes“. Mini DLNA entdeckt dann automatisch neue Dateien in den Medienverzeichnissen.
Mini DLNA läuft als Systemdienst unter der Benutzerkennung „minidlna“, dem die Zugriffsrechte auf Ihr Home-Verzeichnis fehlen. Das lässt sich ändern, indem Sie den Ordner „/etc/systemd/system/minidlna.service.d“ und darin die Datei „run-as-user.conf“ erstellen (beides als „root“). Die Datei hat diesen Inhalt:
```
[Service]
User=[User]
Group=[User]
```
Die Platzhalter „[User]“ ersetzen Sie durch Ihren Benutzernamen.
Damit die Ordnerüberwachung mit Inotify zuverlässig funktioniert, ist eine weitere Anpassung nötig. Erstellen Sie die Datei „/etc/sysctl.d/90-inotify.conf“ mit der Zeile
`fs.inotify.max_user_watches = 10000`
und starten Sie den Dienst mit
systemctl restart`` procps
neu. Nach diesen Vorbereitungen führen Sie diese beiden Befehlszeilen aus:
```
systemctl daemon-reload
systemctl restart minidlna
```
## Jellyfin: Medienserver für (fast) alle Ansprüche
Jellyfin-Server (https://jellyfin.org) ist ein Mediensystem für das Streaming und die Verwaltung von Multimedia-Dateien.
**Jellyfin-Server installieren:** Die Installation erfolgt unter Ubuntu oder Debian im Terminal mit der Befehlszeile
`wget -O- https://repo.jellyfin.org/install-debuntu.sh | sudo bash`
Die Einrichtung in einem Docker-Container ist ebenfalls möglich (siehe https://jellyfin.org/docs/general/installation/container). Das ist aber nur empfehlenswert, wenn der Server über das Internet erreichbar sein soll.
**Netzwerkfreigaben einbinden:** Jellyfin kann nur Dateien von internen oder externen Laufwerken in Bibliotheken aufnehmen, die in das Dateisystem eingebunden sind. Liegen weitere Medien auf einem NAS oder einem anderen Samba-Dateiserver, hängen Sie die Freigabe automatisch über die Datei „/etc/fstab“ ein. Nach
`sudo nano /etc/fstab`
fügen Sie diese Zeile
```
//[Server-IP/Freigabename] /[Mountpunkt] cifs nofail,username=[User],password=[Passwort],
iocharset=utf8,_netdev 0 0
```
ein. Ersetzen Sie die Platzhalter in eckigen Klammern durch die Angaben für den Samba-Server. Für eine Samba-Freigabe der Fritzbox ist die zusätzliche Option „noserverino“ erforderlich, damit sich die Dateien öffnen lassen. Mit den zwei Befehlszeilen
```
sudo systemctl daemon-reload
sudo mount -a
```
hängen Sie das Netzwerklaufwerk manuell ein. Künftig wird es automatisch eingebunden.
## Plex: Software mit breiter Hardwareunterstützung
**Plex installieren: **Laden Sie im Downloadbereich das Paket für Ubuntu ab Version 16.04 oder Debian ab Version 8 herunter und installieren Sie es:
`sudo apt install ./plexmediaserver_[Version]_amd64.deb`
Rufen Sie dann die Weboberfläche mit „http://[MeinServer]:32400/web“ auf. Sie werden aufgefordert, sich mit einem Plex-Konto anzumelden. Wenn Sie das nicht wünschen, klicken Sie auf „Was ist das?“ und dann auf „Überspringen und eingeschränkte Funktionalität akzeptieren“. Danach folgen Sie den Anweisungen des Installationsassistenten.
##Server für Audio und Podcasts
**Navidrome **(www.navidrome.org) ist ein leichtgewichtiger Server für Musiksammlungen. Der Zugriff auf die Medien erfolgt über die Weboberfläche oder auf dem Smartphone über eine Subsonic-kompatible App wie Substreamer (kostenlos: https://substreamerapp.com). Installationsanleitungen lesen Sie unter www.navidrome.org/docs/installation.
Wir empfehlen die Einrichtung über Portainer (siehe [Webanwendungen für Heimserver](https://devwelt.de/myria-de/heimserver/-/wikis/Webanwendungen%20f%C3%BCr%20Heimserver)). Verwenden Sie die Datei [Navidrome-Docker-Compose-File.yaml](https://devwelt.de/myria-de/heimserver/-/blob/main/Navidrome-Docker-Compose-File.yaml?ref_type=heads). Passen Sie unter „volumes:“ die Pfade für Ihr Home-Verzeichnis an. Ändern Sie die ID hinter "user:" auf die des Benutzers, dessen Home-Verzeichnis verwendet werden soll. "1000" ist die ID des ersten Benutzers, mit dem Befehl `id` finden Sie die ID des aktuellen Benutzers heraus.
Die Audiodateien kopieren Sie über eine Samba-Freigabe in den Ordner „/home/[User]/Navidrome/music“. Navidrome erkennt neue Dateien automatisch und zeigt sie in der Oberfläche an.
**Audiobookshelf **(www.audiobookshelf.org) ist auf gesprochene Audioinhalte spezialisiert. Installationsanleitungen finden Sie unter www.audiobookshelf.org/docs. Auch hier empfiehlt sich eine Docker-Installation, insbesondere wenn Sie den Server auch über eine öffentliche Domain nutzen wollen ([Audiobookshelf-Docker-Compose-File.yaml](https://devwelt.de/myria-de/heimserver/-/blob/main/Audiobookshelf-Docker-Compose-File.yaml)).
Nach dem Aufruf von „http://[MeinServer]:13378“ geben Sie die Daten für das Benutzerkonto ein. Klicken Sie auf „Erstelle deine erste Bibliothek“, wählen Sie unter „Medientyp“ den Eintrag „Podcasts“ und vergeben Sie eine Bezeichnung. Danach klicken Sie auf „Ordnersuche“, wählen den Pfad „/podcasts“ und klicken auf „Erstellen“. Weiter geht’s nach einem Klick auf „Hinzufügen“ in der linken Leiste. Verwenden Sie als Suchbegriff den Namen des gewünschten Podcasts und klicken Sie im Suchergebnis auf das Coversymbol. Dann setzen Sie ein Häkchen vor „Episoden automatisch herunterladen“ und bestätigen mit „OK“. Klicken Sie auf das Icon mit dem Stiftsymbol und wechseln Sie auf die Registerkarte „Episoden“. Stellen Sie ein Datum in der Vergangenheit ein, um auch ältere Beiträge herunterzuladen.
## Kodi: Mediaplayer und einfacher Server
Kodi lässt sich unter Linux, Windows, Mac-OS und Android installieren (https://kodi.tv/download). In den Download­rubriken gibt es jeweils Links zum „How To Guide“ mit ausführlichen Anleitungen.